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Der Fahrbericht

Der Auftaktzeremonie bei Olympischen Spielen eingedenk, könnten die Renault Manager bei der Premiere des R5 Cabrios feierlich verkünden: „ Hiermit erklären wir den Renault 5 für eröffnet!“

Angesichts der gegenwärtigen Springflut neuer Luftikusse heißt es auch für den Staatskonzern: „ Dabei sein ist alles. Und: In der Kompaktwagenklasse nimmt der offene Franzose eine Sonderstellung ein, er hat keinen schützenden Überrollbügel- Frischluft-Puristen registrieren es erfreut, Sicherheitsfanatiker mit Stirnrunzeln . Zudem soll der R 5 mit der weichen Birne laut seinem Konstrukteur Ernst Berg „ das billigste offene Großserienauto in Europa“ werden.

Der Pferdefuß: Fürs Open-Air-Festival ´86 kommt -offen gesagt das Spaßmobil zu spät. Die Lieferung in die Bundesrepublik erfolgt erst Anfang nächsten Jahres.

Ob sich das warten lohnt, sollen erste Fahreindrücke klären.

Zu diem Zweck verschwindet erst einmal das schwarze Stoffmützchen in der Kofferraum-Versenkung.Das funktioniert kinderleicht und sekundenschnell :Zwei Hebel lösen, das Häubchen zurückschlage und die Verdeckplane aufknöpfen- fertig ist die Laube.

Die Sonne strahlt mit Beifahrerin Enza um die Wette, es kann losgehen.Was jetzt passiert, treibt nicht nur Windbräute die Tränen ins Auge.Weil die Windschutzscheibe ihrem Name nur wenig Ehre macht und relativ gering gebogen ist und weil die vorderen Passagiere ausserdem recht weit hinten sitzen ,kommen nämlich stürmische Cabriogefühle auf.

Vollends zum Zugluftkurort machen den R5 die restlos versenkbaren hinteren Seitenscheiben. Anders als etwa beim Peugeot 205 Cabrio bleibt hier nichts stehen.Da sich das Verdeck obendrein demütig flach duckt und kein Henkel die sicht versperrt, beschert der offene 5er seinem Besitzer den optimalen Rundum- Blick.

Gut sehen und gut gesehen werden“ lautet hier das Motto.

Das gilt übrigens kaum minder bei geschlossenem Verdeck, der überdimensionalen Plastik-Heckscheibe sei Dank.

Dankbar registriert der R5-Interessent ferner die zahlreichen Motorisierungen. In der Cabrio-Grundversion kommt der R5 mit dem 71 PS starken 1,4 Liter Triebwerk aus dem TS daher.

Wahlweise sollen überdies die 60 PS Katalysator Maschine sowie der 115PS Turbo Triebsatz zu haben sein.

In jedem Fall leitet serienmässig ein leicht und exakt schaltbares Fünfgang-Schongetriebe die Motorkraft auf die Vorderräder.Während des ersten Probegalopps gefiel die 71 PS Variante durch saubere Gasannahme.Wer zügig vorankommen will, muss dem betagten Vierzylinder-Triebwerk allerdings hohe Tourenzahlen abverlangen, unter 3000/min läuft wenig.

Ansonsten fährt sich das Cabrio wie die R5-Limousine, deren komfortables und trotzdem ausreichend straffes Fahrwerk unverändert übernommen wurde.

Die Verarbeitung des von AUTO ZEITUNG bewegten Vorserienexemplars machten bereits einen recht fertigen Eindruck.Das innen verkleidete Dach sitzt geschlossen straff und bläht sich auch bei hohen Geschwindigkeiten nicht wie ein Segel auf.Massive Stahlprofile verstärken in Form eines großen Rechtecks die Bodenwanne des Cabrios, um das Versteifende Stahldach der Limousine zu ersetzten. Mit Erfolg, Knister -und Knackgeräusche halten sich auf Klassenniveau.

Was Wunder, beim R5 Cabrio handelt es sich um eine Neukonstruktion und nicht um eine geköpfte Limousine.

Renault Belgien baut das Mobil mit unbegrenzter Kopffreiheit gemeinsam mit der Karosseriefirma EBS, vergleichbar der Karmann -VW- Ehe.

Das dicke Ende des Windspiels kommt zum Schluss: die neue Heckklappe. Sie lässt sich bei offenen Dach konstruktionsbedingt nur einen Spalt breit öffnen.Als Ersatz klappt zwar zum Beladen des Kofferraums die Rückbanklehne vor, doch da Gelbe vom Ei ist dies Lösung nicht.

Das Wort haben jetzt die Renault- Preisgestalter. Hartnäckige Gerüchte sprechen von 6000Mark Mehrpreis gegenüber der Limousine.

Die Cabrio-Preisliste würde demnach bei rund 22 000 Mark beginnen.

Zum Vergleich:23 397 Mark kostet der billigste Opel Corsa  Spider mit 45 P,23 460 Mark Hauptkonkurrent Peugeot 205 CT.

 

Quelle: Autozeitung 6.8.86 Autor: Sebastian Gierich